„OH WIE TRÜGERISCH....


...sind Weiberherzen” ist der deutsche Titel einer der bekanntesten Opern-Arien.
Diese Kanzone stammt aus dem dritten Akt der Oper ‘Rigoletto’ von Guiseppe Verdi und lautet
eigentlich: “La donna è mobile”.
Walter Bruno Brix und Peer Boehm haben diesen Titel gewählt für eine Serie von Arbeiten, die das
Leben einer Reihe ausgewählter Frauen zum Inhalt haben. Diese haben aufgrund ihres Tuns, ihrer
individuellen Geschichte oder ihrer Reaktion auf das Zeitgeschehen einen Platz in der Welthistorie.
Diese Frauen ins Gedächtnis zu rufen, ihnen ein kleines Andenken zu schaffen und sie mit einem
Denkmal auszustatten, ist das Ziel der Arbeiten ‘Frauenherzen’.
Brix arbeitet seit Jahren an einer Serie von „Frauenherzen“, die er aus gemusterten Stoffen schneidert
und polstert; manche sind größer, andere kleiner, mit Vene, Arterie und Aorta in freier, künstlerischer
Interpretation. Brix polstert die Herzen in Lebensgröße und nähert sich der anatomischen Form des Organs.
Hierbei sind die verwendeten Stoffe nicht willkürlich gewählt, sondern stellen einen thematischen Bezug zur
Vita der “Herz-Besitzerin” da.

Peer Boehm porträtiert die Frauen, indem er in seinen Bildern außer ihrem Antlitz auch Ausschnitte aus ihrem
Leben zeigt. Für seine Malerei verfremdet Peer Boehm fotografischen Vorlagen am Computer, sodass die Motive
durch Hell-Dunkel-Kontraste gebildet werden und vom Prinzip der Aussparung leben. Die Silhouetten und
Konturen liegen ubereinander, lassen weite Räume frei und erzählen meist von einer vergangenen Welt

Anna Mae Wong (1905–61)
eigentlich Wong Liu Tsong. US-amerikanische Schauspielerin. In den 1920er

und 1930er Jahren, als Hollywood tief vom Rassismus geprägt war und die Selbstzensur der Filmindustrie die Karrieren vieler ostasiatischer Darsteller

massiv behinderte, war sie unter den amerikanischen Schauspielerinnen

chinesischer Herkunft die erste, der der Aufstieg zum weltweit bekannten

Filmstar gelang.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

 

Georgia O’Keeffe (1887-1986)
zählt zu den bekanntesten US-amerikanischen Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Motive ihrer an der Grenze zur gegenstandslosen Malerei angesiedelten und als Interpretation der Welt in weiblicher Begriff-
lichkeit verstandenen Werke sind häufig Blumen, Flammen und später auch Stadtansichten, Wüstenland-
schaften oder K nochen.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Hiratsuka Raicho (1886 - 1971)
(wörtl. “Donnervogel”), jap., war eine Autorin, Journalistin, politische Aktivistin und als solche eine Pionierin des Feminismus in Japan.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Coco Chanel (1883 - 1971) als Modedesignerin führ te sie das sog. „kleine Schwarze“ ein (ein einfaches, aber stilvolles, schwarzes Abendkleid). Ihr Stil, der Eleganz und praktische Anforderungen im Arbeitsleben vereinte, veränderte die Welt der Mode für alle Zeiten.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Yayoi Kusama (*1929)
eine der bedeutendsten japanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Sie lebte zwischen 1958 und 1972 vorwiegend in New York. Ihre bekanntesten Kunstwerke, Aktionen und Happenings entstanden in dieser Zeit. Ihr Markenzeichen sind Polka Dots, farbige Punkte, die sie auf Leinwände, Skulpturen und Menschen malt.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Eri Yoshida (*1992)
japanische Profi-Baseball-Spielerin. Berühmt fur ihre harten und hohen Schläge, durchschlug einer ihrer Bälle das Glasdach des Baseball-Domes in Tokyo.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Großmutter
ihr Herz gehör t den Enkeln. Die Großmutter kann, befreit von den Bürden und Pflichten der Mutterschaft, eine andere Beziehung zu ihren Enkeln aufbauen, als zu den eigenen Kindern.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Irena Sendler(owa) (1910 - 2008)
organisierte die Kinder-Sektion des Rats fur die Unterstutzung der Juden (Żegota), der 1942 von Polen unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Weltanschauungen gegründet wurde, um Juden vor den deutschen Besatzern zu retten.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

Marie Sklodowska Curie (1867 - 1934)
Physikerin und Entdeckerin der Radioaktivität, zwei Nobelpreise.

 

Aquarell, Tusche und Acryl auf Nessel.

65 x 50 cm.

2013.

WALTER BRUNO BRIX

Grundsätzlich liegt in meiner Kunst keine wörtlich ausformulierbare, intellektuelle Forderung oder Begründung. Dies erschiene mir nicht sinnvoll, weil alles, was auch mit Worten ausgedrückt werden kann, braucht die Kunst nicht. Mir liegt das Unsagbare, das-nicht-Klare, das Unausgesprochene, das Zwischen-den-Zeilen mehr am Herzen.

Mit meiner Kunst will ich nicht belehren, niemanden zu Irgendetwas überzeugen oder auf einen vermeintlich besseren Weg bringen. Meine Arbeit sind eher Aufzeichnungen meiner Wahrnehmung.

Meine Themenkreise sind dabei für mich augenscheinlich; der Körper von Mensch und Tier, Sexualität, Alter und Tod, die Ängste und Träume des Menschen. Meine Arbeit kreist um mich, um meine Vorstellungen, Vorlieben, Träume und Ängste.

Natürlich spielt meine Kindheit eine große Rolle. Dies ist die Zeit aus der ich lebe, die längste Zeit, die ich mit mir verbracht habe. Die Kindheit nimmt einen großen Raum ein. In meiner Kindheit habe ich erlebt, wie die Zeit sich dehnt und zusammenzieht. In meinem Kopf sind ganze Jahre mit spielen gefüllt.

Zeit, die ich mit mir alleine verbracht habe. Ich war nicht einsam, ich war gefüllt mit allen möglichen Ideen und Phantasien. Das was ich erlebte, war für mich voller Geheimnis, unerklärlich, wunderschön, beängstigend und eindrücklich. Dies erscheint mir das Wertvollste meines Lebens.

Nicht dass ich mich zurück wünsche. Es ist nur schön, nun auch die Möglichkeit der Reflektion nutzen zu können. Abstand zu nehmen und die Sachen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Dies bedeutet auch, nicht mehr ständig dieser Welt ausgeliefert zu sein. Aber diese Welt der Träume und Geheimnisse ist immer die Quelle der Inspiration. Dies ist die Welt aus der ich schöpfe und die Welt die ich zu zeigen versuche.

 

walterbrunobrix.wordpress.com